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Uwe Haupenthal: Konstruktivisten in Schleswig-Holstein 2003 /05
.... Die semiotische Bindung an gesehene und erfahrene Wirklichkeit
hat Eberhard Oertel indes niemals gänzlich aufgegeben. Gleichwohl nutzen diese Arbeiten die bildnerischen Möglichkeiten der konkreten Malerei, indem sie Oertels ursprünglichen, akribisch
vorgetragenen kritischen Realismus der sechsziger und siebziger Jahre in eine ebenso reduzierte wie vor allem auch konzentrierte, freiere Bildsprache übersetzen. Dabei hat der Maler seiner
gesellschaftskritichen Haltung die Treue gehalten und lässt sich nicht selten von politisch folgereichen Ereignissen leiten. Gleichwohl offeriert das Arrangement seiner Formen innere Distanz
gegenüber der angeschlagenen Thematik, so als blicke man in einen zerbrochenen Spiegel, der gesehene und erfahrene Realität in einen gänzliche fremden Kontext bringt. Symbolisch überhöhte Bindung
geht verloren. Oertels Bilder erzeugen einmal mehr die Aura der Ausweglosidkeit. Diese wirkt umso entlarvender als sie in ihrem Formenrepertoire wie in dem geradezu clean wirkenden malerischen
Vortrag den magischen Reiz der technischen wie der zivilisatorischen Dingwelt gänzlich entzaubert.
(Aus: Katalog ”NordKunst - Schleswig-Holstein im 20. Jahrhundert”)
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